Dr. med. vet. Peselmann

Tierarztpraxis für Kleintiere in Riesenbeck (Osnabrück // Ibbenbüren)

Meerschweinchen

 Physiologische Daten:

Lebenserwartung: 6 – 8 (15) Jahre
Körpergewicht
: männlich: 1000 – 1800 g; weiblich: 700 – 1000 (1200) g
Herzfrequenz
:
150 – 300x/Min.
Atemfrequenz
: 100 – 150x/Min.
Körpertemperatur
: 37,5 – 39,5°C
Normale Wasseraufnahme
: 5 – 10 ml/100g Körpergewicht
Geschlechtsreife
: männlich
: 3. – 10. Lebenswoche; weiblich: 4. – 6. Lebenswoche
Trächtigkeitsdauer
: 59 – 72 Tage (Ø 68 Tage)

Feststellung der Trächtigkeit:

Ab dem 11. – 19. Tag: Herzschlag im Ultraschall feststellbar

4 Wochen nach der Begattung können Feten ertastet werden

Wurfgröße: Ø 2 – 3 (6); Die Austreibung eines Fötus kann bis zu 30 Min. dauern. Zwischen den einzelnen Föten vergeht in der Regel eine Pause von 3 – 7 Minuten.

ACHTUNG: Die Muttertiere kommen bereits 6 – 15 Std. nach der Geburt in die nächste Brunst und können bedeckt werden!

Dauer der Säugeperiode: 3 Wochen

Zufütterung von strukturiertem Futter an die Welpen direkt nach der Geburt möglich.

Bei Meerschweinchen ist unbedingt zu beachten, dass sie Vitamin C nicht selber bilden können, sodass dieses immer über die Nahrung zugeführt werden muss. Falls keine ausreichende Vitamin C-Versorgung über Grünfutter bzw. Steckrüben gewährleistet ist, sollte dem Trinkwasser Ascorbinsäure (500mg/Liter Wasser) zugesetzt werden.

Die täglich benötigte Menge an Vitamin C beträgt 1 mg/100g Körpergewicht, bzw. 3 mg/100 g Körpergewicht in der Trächtigkeit.

Ernährung:

Ebenso wie beim Kaninchen ist es auch beim Meerschweinchen für eine gut funktionierende Verdauung sowie ausreichenden Abrieb der Backenzähne am wichtigsten, dass es ständig Zugang zu Heu hat.

Eiweißreiches Körnerfutter sollte nur begrenzt zur Verfügung gestellt werden, da dieses in größeren Mengen zu Verfettung und damit zu stoffwechselbedingten Erkrankungen führen kann.

Zusätzlich angeboten werden kann: Löwenzahn, Möhrengrün, Petersilie, Chicorée, Salat, Futter- oder Steckrüben, Kohl, Kohlrabi, Spinat, Sellerie, Karotten, Tomaten, Gurken, Äpfel, Birnen, grünes Getreide, in kleinen Mengen Kartoffeln

 Künstliche Ernährung von Meerschweinchen

Falls Meerschweinchen selbstständig kein Futter aufnehmen muss der Besitzer mittels Spritze Futter in den Mund eingeben.

Pro Kilogramm Körpergewicht sollen 25 – 30 g Gemüse oder Getreideschrot vermischt mit 60 – 75 ml Flüssigkeit (z.B. Karottensaft) auf 3 – 4 Mal täglich verteilt gefüttert werden.

Geeignet sind: Grünmehlpellets, pelletiertes Alleinfutter, Weizenkleie, Haferflocken, Babybrei, Birne, Apfel, Banane, Karotten.

 

Beispiele für Futter zur künstlichen Ernährung:

a)    30 g pelletiertes Alleinfutter + 70 g Karottensaft oder
b)    20 g Babybrei + 10 g Grünmehl + 70 g Wasser oder
c)    60 g Gemüse-/Obstbrei + 20 g Grünmehl + 20 g Wasser oder
d)    2-3 Teel. Gemüsebrei
+ ½ - 1 Teel. fein gemahlener Weizenschrot
+ ½ - 1 Teel. Instant Haferflocken
+ ½ Teel. Honig bzw. Traubenzucker
+ ½ Teel. fein zerkleinerter Zwieback

(Bei Aufgasung noch gemahlene Pellets untermischen und KEINEN Zuckerzusatz)

 Mutterlose Jungtieraufzucht

Milchaustauscher bestehend aus:

  •     38% Magerquark
  •     4% Eigelb
  •     48% Vollmilch
  •     7% Sahne (30% Fettgehalt)
  •     1% Speiseöl
  •     2% Mineralfutter


Menge und Häufigkeit der Fütterung: 5 – 20 g körperwarm, 3x täglich füttern.
Ab dem 1. Lebenstag kann bereits Festfutter in Form von Heu angeboten werden.

Eine tägliche Gewichtskontrolle ist wichtig, um sicher sein zu können, dass die Welpen genug Futter zu sich nehmen. Die tägliche Gewichtszunahme sollte 10% der bestehenden Körpermasse betragen.

 Haltung

Meerschweinchen sollten möglichst paarweise gehalten werden. Vorsicht ist allerdings bei Gruppenhaltungen mit mehr als 2 Böcken geboten, da es zu Beißereien kommen kann.

Die Einstreu sollte aus nicht imprägnierten Sägespänen bestehen, auf welche weiches Stroh und Heu zum Verstecken und Wühlen gelegt wird. Die Bodenschicht sollte mindestens 4 cm dick sein, um Ballengeschwüren vorzubeugen.

Als Nagematerial eignet sich unbehandeltes Holz von Weide, Haselnuss, Buche, Apfel- und Birnbaum.

Im Käfig sollte unbedingt eine Versteckmöglichkeit vorhanden sein, die nach 2 Seiten hin offen ist, um dem Schutzbedürfnis der Meerschweinchen nachzukommen. Meerschweinchen verbringen die meiste Zeit in ihrem Versteck, was durch die Besitzer unbedingt akzeptiert werden sollte.

Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 18°C und 26°C liegen, mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30 – 60%.

Die Reinigung des Käfigs sollte mindestens 1x pro Woche erfolgen.

Mutterlose Jungtieraufzucht